Von Piraten, Vulkanen und Wein

Piratenüberfälle - Vulkanausbrüche - Weinanbau ohne Regen

Piratenüberfälle

Zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert war die Insel Lanzarote immer wieder Ziel von Angriffen der Sklavenhändler und Piraten. Die vorbeifahrenden Seefahrer verbreiteten Angst und Schrecken. Die Überfälle brachten Zerstörung und oft Sklaverei. Die Einwohner waren den Eindringlingen schutzlos ausgeliefert - da sie nur über wenige Waffen verfügten und auch nicht viele Rückzugsmöglichkeiten hatten, suchten sie nach natürlichen Unterschlüpfen.

Siedler um den Monte Corona entdeckten, dass sich unter der Lava dieses Vulkans ein weitverzweigtes Tunnelsystem gebildet hatte: Die Cueva de los Verdes. Dieses Grottensystem war ein perfekter Schutz vor den Piratenüberfällen - in den Lavatunneln waren viele hundert Menschen sicher vor den Übergriffen der Piraten.

Die Höhlen entstanden vor ca. 20.000 Jahren, als der Monte Corona gewaltig ausbrach. Heiße Lava ergoss sich ins Meer. Auf dem Weg zum Meer erkalteten die oberen Lavaschichten, es bildete sich das Malpais, das schlechte Land. Unterirdisch floss die Lava jedoch weiter ins Meer. Der riesige Lavastrom hinterließ auf diese Weise ein Tunnelsystem von ca. 8 km Länge. Der für die Besucher zugängliche Teil bildet nur einen kleinen Ausschnitt. Es ist sehr eindrucksvoll, diese Höhlen mit ihren bizarren Formen zu sehen.

Vor Verrat sind aber auch die Höhlen des Vulkans nicht sicher:

Im Jahre 1618 ereignete sich ein Überfall algerischer Piraten. Durch Hinweise haben die Seeräuber die Cueva de los Verdes entdeckt und ca. 1000 Einheimische, die sich dort versteckt hatten, in die Sklaverei verschleppt. Danach gab es weitere Piratenüberfälle bis ins erste Drittel des 18 Jhd.


Während der Jahre 1730-1736 ereigneten sich auf Lanzarote unglaubliche Naturkatastrophen:

Die Vulkanausbrüche um Timanfaya

In dieser Zeit entstehen auf Lanzarote ungefähr 25 neue Vulkane. Die Ausbrüche verschütten fast 20% der Insel, elf Dörfer der fruchtbarsten Region werden unter der meterhohen Lavaschicht begraben. Die Montañas del Fuego (die Feuerberge) bilden sich und bedecken das ganze Land mit Lava – auch hier ensteht das Malpais.

Der Pfarrer von Yaiza, Don Andrés Lorenzo Curbelo berichtet in seinem Tagebuch:

“Am 1. September 1730 zwischen neun und zehn Uhr abends, brach bei Timanfaya, zwei Wegstunden von Yaiza entfernt, mit einem Mal die Erde auf. In der ersten Nacht erhob sich ein riesenhafter Berg aus dem Schoß der Erde und aus dessen Gipfel schlugen Flammen hoch, die neunzehn Tage unaufhörlich brannten... die Lava strömte über die Dörfer hinweg zum Norden hin, anfangs so schnell wie Wasser, doch bald verminderte sich ihre Geschwindigkeit und sie floss zähflüssig wie Honig... aus den Öffnungen entwichen Massen von dichtem Rauch, die sich über die ganze Insel ausbreiteten, begleitet von Unmengen von Schlacken, Sand und Asche... Die Donner und die Explosionen..., die durch die Aschemassen verursachte Dunkelheit und der Rauch... zwangen mehr als einmal die Einwohner von Yaiza die Flucht zu ergreifen... volle zehn Tage lang, ereignete sich die vulkanische Aktivität auf diese Weise, als auf einen Schlag in der ganzen Gegend das Vieh tot umfiel, erstickt wegen der Entwicklung scheußlich stinkender Dämpfe, die zu Tropfen kondensiert, abregneten. Am 30. Oktober war alles still... Gegen Ende Juni 1731 waren alle Strände und Meeresküsten der Westseite mit einer unglaublichen Menge toter Fische aller Arten bedeckt und einige waren von einer Gestalt, die man zuvor noch nie beobachtet hatte."

Als - nach fast 6 jährigem Vulkanaktivismus - am 16.April 1736 die Erde endlich vollständig zur Ruhe kam, war ein Fünftel Lanzarotes wüstengleich. Diese Gegend ist bis heute unbewohnbar geblieben, auch weil sie unter Naturschutz gestellt worden ist und zum Teil den Status eines Nationalparks erhielt.

 

Ermita de los Dolores - Mancha Blanca

Als 1736 die glühende Lava bis unmittelbar an Mancha Blanca heranfloss, beteten die verzweifelten Anwohner zur Schutzheiligen Virgen de los Dolores von Tinajo (San Roque) und rammten ein Holzkreuz in den Lavafluss. Sie schworen der Jungfrau, eine Kapelle zu bauen, wenn sie die Lava stoppen würde.

Der Wunsch wurde Wirklichkeit:

Dolores leitete die Ströme um und bewahrte die Bewohner vor der Vernichtung. Seitdem heißt die Virgen de los Dolores auch: „Nuestra Señora de los Vulcanes“. Sie ist heute Schutzpatronin der Insel. In der Nähe des Holzkreuzes, an dem sie die Katastrophe abgewehrt hat, erbaute man ihr zu Ehren die Ermita, die Kapelle.

Und hier wird jedes Jahr im September dieses Engels gedacht - mit einer Prozession „La Romeria“ mit festlich geschmückten Wagen.

Während des ganzen Tages sieht man Lanzaroteños mit traditioneller Kleidung und in Fiesta-Stimmung aus vielen Inselteilen zu Fuß nach Mancha Blanca ziehen. Gleichzeitig findet eine Kunsthandwerkmesse auf dem großen Platz hinter der Kirche statt. Viele Künstler sind hier vertreten, und zum Abschluss gibt es ein Folklore Festival.

Die besondere Stimmung ist geprägt durch den lebendigen Kontrast von Tradition und Moderne.

Nach den Vulkanausbrüchen, die um das Jahr 1824 noch einmal die Region erschütterten, war also fast keine Landwirtschaft mehr möglich. Dazu kommt, dass weniger als 200 mm pro qm Niederschlag pro Jahr fällt. Da die Cochenillewirtschaft ab 1880 abnahm, konzentrierten sich viele Campesinos, die Landwirte, auf den

 

Weinanbau in der Region La Geria

Weinanbau ohne Regen - Bewässerungssystem Enarenado

Auch an den Stellen, an die die Lava nicht hinfloss, finden sich große Mengen der Asche und Lapillischicht der Vulkanausbrüche. Für jeden Rebstock gruben die Bauern einen Trichter in diese Schicht, die aus kleinsten porösen Steinchen (Picon) besteht. Die Wurzeln erreichten die darunter liegende Erdschicht, und gegen die ständig herrschenden Winde baute man Schutzmauern, die Zocos.

Die Bewässerung funktioniert vollautomatisch:

Das Lavagranulat speichert den nächtlich anfallenden Tau und gibt diesen tagsüber nach und nach an die Erde weiter. Auf diese Weise bekommen die Pflanzen genügend Flüssigkeit, um reife Früchte hervorzubringen.

Diese Anbaumethode ist konzentriert in der Region La Geria zu bewundern, die sich zwischen Mozaga und bis kurz vor Uga erstreckt. Hier gibt es einige schöne, zum Teil rustikale Bodegas, in denen man den Wein Lanzarotes probieren kann.

 

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